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Entdeckungen

3. Kapitel – Berlin, 1984-87

Ein interdisziplinäres Forschungsteam aus West und Ost findet zusammen und experimentiert mit dem HF-Generator

Mithin ist 1984 die Zeit reif, die nötige Grundlagenforschung anzustoßen, um die von der Ärztekammer angeregten Forschungsberichte vorlegen zu können. Broers geht nach Berlin. Hier gelingt es ihm, verschiedene Wissenschaftler von internationalem Renommee zur orientierenden Forschungsarbeit mit dem HF-Generator zu motivieren, namentlich Prof. Dr. Roland Glaser (Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Biophysik), Prof. Dr. Gunda Kraepelin (Technische Universität Berlin, Institut für Mikrobiologie und Bio-Chemie), Prof. Dr. Ingolf Lamprecht (Freie Universität Berlin, Institut für Bio-Physik) und Dr. Lebebrecht von Klitzing (Universität zu Lübeck, Institut für klinisch-experimentelle Forschung).

Erste Experimente mit dem von Broers weiter optimierten Magnetfeldgerät finden statt. Kraepelin führt Versuche mit einem speziellen, ihr bestens vertrauten Mikroorganismus durch. Sie erzielt dabei so überzeugende Ergebnisse, dass sie gegenüber Broers äußert: Sollte sich der gezeigte Effekt statistisch absichern lassen, sei er für die gesamte Naturwissenschaft von höchster Bedeutung!

Und auch von Klitzing kommt bei neurologischen Versuchen zu bemerkenswerten Resultaten – obwohl nach herrschender Lehrmeinung nichtthermische elektromagnetische Felder keinen Einfluss auf biologische Systeme, geschweige denn Hirnaktivitäten ausüben sollten, steigt bei klinisch unauffälligen Probanden unter dem Einfluss des HF-Generators die alpha-Aktivität in der Wachphase signifikant an, was in EEGs zweifelsfrei ersichtlich wird. Mit anderen Worten: Ein gepulstes 150-MHz-Magnetwechselfeld öffnet wie ein Fenster die Möglichkeit, die Neuronenaktivität regulativ zu beeinflussen.

Tabuthema und heißes Eisen: Nichtthermische elektromagnetische Felder haben (Neben-)Wirkungen

Damit liegt eine wissenschaftliche Sensation in der Luft, die auf politischer Ebene ihre Fortsetzung findet: Die 1984 beginnende und bis 1989 reichende universitäre Zusammenarbeit von BRD- mit DDR-Instituten ist in der Geschichte Deutschlands die einzige ihrer Art. Abgesehen davon zeichnet sich bereits jetzt eine Sollbruchstelle ab, die aller Wahrscheinlichkeit nach in späteren Jahren die 150-MHz-Forschungsarbeit blockieren wird – ungewollt tangiert man ein Tabuthema.

Wie ausgeführt, gab die gelehrte Biophysik bis dahin nicht her, dass nichtthermische elektromagnetische Felder wie solche mit der 150-MHz-Frequenz biologisch wirksam sind. Aufgrund der niedrigen elektrischen Intensität galt ein Frequenzgenerator damit per se als unwirksam, da ermit einigen Milliwatt keinen thermischen Effekt hat – im Gegensatz zu den Mikrowellenherden, Kurzwellen-Hyperthermiegeräten oder HF-Chirurgiegeräten mit 10 bis 1.000 Watt.

Was also war die Crux? Die in Lübeck aufgezeichneten EEGs zeigten überdeutlich, dass elektromagnetische Felder keinesfalls harmlos sind und daher genauer untersucht werden sollten. Schließlich sind diese durch Radio, Fernsehen, Mobilfunk oder Hochspannungsleitungen ein fester Bestandteil der Umwelt. Und damit sind Menschen auch kontinuierlich deren (Neben-)Wirkungen ausgesetzt. Welche das sein können, wird heute zum Beispiel unter dem Stichwort Elektrosmog diskutiert.

Dazu muss man wissen, dass früher die Mittelwellen-Rundfunksender mit relativ geringem Modulationsgrad arbeiteten und insbesondere die bisherigen UKW-Rundfunksender keine Amplituden-, sondern FM-Modulation haben und somit die biologischen Folgen bislang nicht so deutlich waren. Von biologischer Relevanz ist in diesem Zusammenhang die Taktung, also wie oft in einer Sekunde die Ein- und Ausschaltvorgänge der Megahertz-Wellen einen Organismus treffen. Es macht einen Unterschied, ob man am HF-Generator die Niederfrequenz 8 Hz einstellt (= acht Mal die Sekunde 150 MHz), was unter anderem der Schwingung der Zirbeldrüse entspricht, oder ob man dem gepulsten Mobilfunksignal von 217 Hz ausgesetzt wird (= 217 Mal die Sekunde 900/1800 MHz). Kritisch ist dabei, dass die 217-Hz-Frequenz in der gesamten Biologie keine Entsprechung findet! Und noch gravierender sind die Folgen, die von Richtfunkstrecken oder von Radargeräten ausgehen können.

Mit Broers als Projektleiter nimmt ein Forschungsvorhaben der Superlative Fahrt auf

Zurück zur Forschungsgruppe um Broers. Deren Versuche hatten gezeigt: Unter ausgewählten Bedingungen ist es möglich, dass niederfrequent modulierte Hochfrequenz biologische Effekte ausüben kann. Da für derartige Beobachtungen keine Erklärungsmodelle existierten, fasst man 1985 den Entschluss, einen Forschungsantrag zu stellen. Die Koordination dafür wird Broers übertragen. Man fokussiert sich auf eine Ausschreibung des Bundesministeriums für Forschung und Technik (BMFT), die auf die Zusammenarbeit von Industrie und Hochschulen abzielt. Aus diesem Grund tritt Broers bei der Berliner Firma ela GmbH eine Stelle an. Praktischer Weise ist das Unternehmen in der Lage, auch größere Stückzahlen an HF-Generatoren herzustellen.

Im August 1986 reicht Broers als Projektleiter den Forschungsantrag ein. In der zweiten Jahreshälfte 1987 wird das Förderprojekt „Indirektspezifische Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Rahmen des Programms ‚Angewandte Biologie und Biotechnologie’“ unter dem Kennzeichen 0317127A bewilligt. Projektträger sind das BMFT und die Kernforschungsanstalt Jülich.

Offizieller Gegenstand des Forschungsvorhabens ist ein „Bio-Impuls-Feld-Oszillator“, also Broers’ Magnetfeldgerät. Die Laufzeit des Projekts wird auf 1. Oktober 1987 bis 30. September 1989 terminiert. Das zugewiesene Finanzkontingent beträgt 500.000 DM und gilt als das Maximum eines derartigen Förderungsrahmens. An die Bewilligung ist die Auflage gebunden, dass die ela GmbH die gleiche Fördersumme aufbringen muss. Damit steht eine zweckgebundene Gesamtsumme von 1.000.000 DM zur Verfügung.

Aufnahme in einen elitären Kreis: Es besteht internationales Interesse an Broers und seiner Erfindung

Parallel zur Bewilligung des Forschungsantrags wird Broers eine Ladung zur Mitgliedschaft des International Council for Scientific Development (ICSD) zugestellt, einer exklusiven Vereinigung aus 700 Mitgliedern und bis dahin 96 Nobelpreisträgern. Man darf annehmen, dass ein Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen besteht. Tatsächlich wird Broers als Grund für die Aufnahme in den elitären Kreis sein Patent genannt. Professor Michailov, einer der Gründer und Vorsitzender des ICSD, äußerte auf einer Münchener Ärztetagung diesbezüglich: „Ich zähle Dieter Broers durch seine Entdeckung zu den herausragenden Wissenschaftlern. Vor ihm liegt sicherlich eine große Zukunft. Es ist durchaus vorstellbar, das sich aus seiner Erfindung eine Reihe von bisher nicht für möglich gehaltenen Effekten und Wechselwirkungen ergeben, die – für den einen oder anderen Fachbereich – zu einem Nobelpreis führen könnten.“

Videos:

150MHz-Videos

Infos:

Download - Die Entdeckung der 150-MHz-Frequenz

Download - Ein neuer Weg der Regulationsmedizin.